NEWS: 2022/03/08 Neue Bilder aus dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck                                         hochgeladen. Vielen Dank für die Unterstützung

            2023/02/26 Neues Foto Siebel Si204, Navigationsunterricht vor dem Flug
            2024/02/10 Neue Fotos aus privater Sammlung hinzugefügt
            2024/06/14 Neue Fotos aus privater Sammlung hinzugefügt


Geschichte der Siebel-Flugzeugwerke

Mit insgesamt etwa 10.000 Beschäftigten in 3 Betriebsteilen (Halle- Mötzlich, Halle-Hermes-Gelände, Leipzig - Schkeuditz) waren damals die Siebel -Werke in der Stadt und Region Halle rund 10 Jahre der größte Maschinenbaubetrieb.

Die Siebel Flugzeugwerke gingen im Dezember 1937 aus dem 1934 von Hanns Klemm gegründeten Zweigwerk des Leichtflugzeugbaus Klemm, den Flugzeugwerken Halle, nach dessen Übernahme durch Friedrich Siebel hervor. In Halle (Saale) baute man vor allem Reise- und Verkehrsflugzeuge eigener Konstruktion. Die bekanntesten eigenen Typen waren die Si 204 und die Si 202, auch "Hummel" genannt. Sie befand sich westlich von Mötzlich in der Boelcke­straße 70 (heute: Dessauer Str. 70 (51° 30′ 42,4″ N, 11° 59′ 39,6″ O)), eine Straße, die von 1939 bis 1945 für den öffentlichen Verkehr gesperrt war.

1935 entstand ein Betriebsteil II (heutiges Hermes-Gelände) in dem eine Groß-Tischlerei die Fertigung der Holztragflächen übernahm, später auch Bearbeitung von mechanischen Teilen, was dann zur Bezeichnung Zerspanungswerk führte. Am 05. 07. 1937 erweiterte sich das Werk um den Betriebsteil III in Leipzig-Schkeuditz.

Auf dem damaligen Hospitalplan am Goldberg wurden Wohnbaracken errichtet, um die seit 1920 auf dem ehemaligen Flugplatzgelände ansässigen Familien umzusiedeln. Im Weiteren entstand zwischen der heutigen Wilhelm-Busch- Straße und der Helmut-Just-Straße eine Siebel-Werkssiedlung, später auch eine Siedlung zwischen verlängertem Land- und Mühlrain. Die Belegschaft entwickelte sich zahlenmäßig mit der Zunahme der Produktion. Etwa 50% der Belegschaft waren Fremdarbeiter, Kriegsgefangene und ab August 1944 bis April 1945 auch etwa 633 KZ-Häftlinge aus dem KZ Buchenwald die in einem Außenlager Am Goldberg untergebracht waren. 

Im Jahre 1944 erfolgten mehrere amerikanische Bombenangriffe auf das Werk (7.7.1944, 16.8.1944 und 30.3.1945). Nachdem Halle (Saale) nach zunächst amerikanischer Besetzung ab Juli 1945 zur sowjetischen Besatzungszone gehörte, wurde an der Weiterentwicklung der DSF 346 gearbeitet. Im Oktober 1946 allerdings wurde das Werk demontiert und die gesamte Belegschaft mit ihren Familien, soweit habhaft, nach Dubna(-Podberesje), etwa 120 Kilometer nördlich von Moskau verbracht. Im so genannten Konstruktionsbüro OKB 2 wurde unter Diplomingenieur Heinz (Heinrich) Rössing weitergearbeitet. Im Herbst 1950 durften die ersten "Siebelaner" wieder nach Deutschland zurückkehren.

Eintragung in das Handelsregister

Friedrich Wilhelm Siebel 

 (* 2. März 1891 in Broich, heute Mülheim an der Ruhr; † 24. April 1954 in Duisdorf, heute Bonn) war ein deutscher Pilot und Flugzeugfabrikant.

Friedrich ("Fritz") Wilhelm Siebel war der Sohn des Kaufmanns Fritz Siebel und seiner Frau Gertraud geb. Wilke. Nach dem Abitur besuchte er die Maschinenbauschule Dortmund. 1912 entstand ein erstes selbstkonstruiertes Flugzeug, nachdem er zuvor bereits ein Automobil gebaut hatte. Er arbeitete als Leiter der physikalischen Abteilung der DVL in Berlin-Adlershof, gründete 1919 eine erste Firma und wurde 1927 Gesellschafter der gerade entstandenen Leichtflugzeugbau Klemm GmbH.[1] 1929 war er für Klemm Teilnehmer am Europa-Rundflug auf einer Klemm L 25 Ia und belegte den 7. Platz im technischen Wettbewerb.

1937 übernahm Siebel auf Betreiben des Reichsluftfahrtministeriums die Flugzeugwerke Halle, die 1934 als Zweigwerk der Leichtflugzeugbau Klemm gegründet worden waren. Während des Krieges bauten die Siebel Flugzeugwerke militärisches Fluggerät. Als Konstrukteur machte sich Friedrich Siebel einen Namen mit der nach ihm benannten "Siebelfähre" (1940) sowie mit dem Hochgeschwindigkeitsflugzeug DFS 346.

Siebel entschloss sich nach dem Krieg zu einem beruflichen Neuanfang und gründete 1948 zusammen mit einem Geschäftspartner in München ein Unternehmen zum Lizenzbau und Vertrieb ausländischer Sport- und Verkehrsflugzeuge - die Siebel Flugzeugwerke ATG (Allgemeine Transportanlagen-Gesellschaft; SIAT). 

Adresse des ehemaligen Siebel Flugzeugwerk

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